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Der Unterzeichner ist seit Jahren Vorsitzender des Vereins Migrationshilfe-konkret e.V. in Ockenfels/Linz am Rhein, in der Nähe von Bonn. Zu Beginn der Vereins- und Vorstandsarbeit war das Engagement sehr groß – Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern der Erde, die mitten unter uns leben, in ihrem Integrationsprozess zu unterstützen durch aktive Hilfestellung bei den zu überwindenden bürokratischen Hürden. In den häufigsten Fällen wurden die Rechtsansprüche im Bezug auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II vollmachtlich beantragt. Unsere Intension lag darin, diesen sozial-schwachen Antragstellern mit Migrationshintergrund dahingehend zu begleiten bis ihre soziale Integration, sie über die sprachliche und berufliche Qualifizierung in Ausbildung bzw. Beschäftigung zu vermitteln, erreicht wurde.
Vielen Menschen konnte so geholfen werden in Verfahren für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Befähigungsnachweisen und Qualifikationen für Zuwanderer und Zuwanderinnen. Diese Arbeit wurde sehr erschwert dadurch, dass die Anerkennungsverfahren von unterschiedlichen Behörden und Institutionen durchgeführt werden. Die jeweilige Zuständigkeit richtet sich entweder nach den Abschlüssen oder nach dem Wohnort der Antragstellerin und des Antragstellers, z.B., das Anerkennungsverfahren beruflicher Ausbidungsgänge für Zuwanderer und Zuwanderinnen aus den sogenannten Drittländern in Rheinland-Pfalz wurde durch die IHK Saarland durchgeführt.

So ist es über vielen Jahre gelungen Menschen aus anderen Ländern und Kulturen durch die Eröffnung beruflicher und persönlicher Perspektiven wieder Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl  zu vermitteln.

Der Unterzeichner hat insgesamt 321 Fälle zu einem positiven Ergebnis geführt und die ihm anvertrauten 39 Fälle in 2011 noch zum Abschluss gebracht.

Den 123 Migrantinnen und Migranten auf der Warteliste musste leider abgesagt und ihre Fälle an Rechtsanwälte oder an andere Organisationen verwiesen werden.

In den Jahren ist aber zwischenzeitlich viel von dem Enthusiasmus verloren gegangen. Es war ein dauernder Kampf gegen Bürokratismus, Behörden und Institutionen und latente Ausländerfeindlichkeit in allen Bereichen, begleitet von fehlenden finanziellen Mitteln.
Die Vereinsarbeit wurde, nachdem  die meisten Mitglieder die sich seit Jahren nicht mehr aktiv betätigt haben und durch Austritt oder Ausschluss weggefallen sind, überwiegend vom Unterzeichner und dem Kassenwart übernommen und ausgeführt. Die aktiven Mitarbeiter der Migrationshilfe-konkret e.V. wurden in den letzten Monaten des Jahres 2011 immer öfter, im Zusammenhang mit der Tätigkeit für Migrantinnen und Migranten, angefeindet und körperlich bedroht. Dieses und gesundheitliche Gründe des Unterzeichners haben dazu beigetragen, dass der Verein den Vereinszweck nicht mehr erfüllen konnte und endgültig zum 31.12.2011 aufgeben mußte. Ein entsprechender Antrag wurde an das Registergericht Montabaur geleitet mit dem Ergebnis:

„Die Migrationshilfe-konkret e.V. mit Sitz in Ockenfels/Linz wurde auf Antrag des Vorstands dem Verein gemäß § 73 BGB die Rechtsfähigkeit entzogen. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen des Gerichts und den Ausführungen des 1. Vorsitzenden ist die Mitgliederzahl des Vereins unter drei herabgesunken. Der Verein hat keinerlei Vereinsaktivitäten mehr entwickelt. Es ist weder Vermögen noch sind Verbindlichkeiten vorhanden.
Amtsgericht Montabaur, den 18.01.2012
-Registergericht- „ (PDF-Datei)

Der Unterzeichner wünscht allen ehemaligen Mitstreitern alles erdenklich Gute, Gesundheit und viel Glück bei weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten.

gez. Peter Napiora



Registergericht Montabaur.pdf
                                           


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